Ende des 19. Jahrhunderts veränderte der Siegeszug der Telegraphie die
Informationsübermittlung gravierend. Erstmals, so schreibt Neil Postman
1985 in seinem Buch "Wir amüsieren uns zu Tode", wurde die "Idee der
kontextlosen Information" marktfähig. Einst regional gebundene
Informationen waren nun weitgehend zeitgleich überall nutzbar, aus
"funktionalen Informationen" wurden "dekontextualisierte Fakten". Nach
und nach strahlte das telegrafische Modell auf die Presse aus, dann auf
das Radio und die anderen elektronischen Medien.
"Zusammenhanglosigkeit", so Postman, "erhielt Eingang in den Diskurs". In den 1990er Jahren gewannen diese dekontextualisierten Fakten auch im
bundesdeutschen Mediensystem an Bedeutung. Am Anfang dieser
Modernisierung stand ... (Telepolis vom 9. Mai 2017)
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9. Mai 2017
2. Juli 2016
Silent News. Nachrichten zwischen Facebook und Fernsehen
Die Nachrichtensendungen im Fernsehen verändern sich seit geraumer Zeit rapide. Die Neuigkeiten werden nicht mehr nur bebildert oder von Sprechern verlesen, sie werden auch immer stärker grafisch gestaltet (PowerPoint).
Auf den Bildschirmen blinken mehr und mehr Zahlen auf, Namen, Funktionen, Kurztexte - und sogar Fragen sind inzwischen newsfähig geworden. "Wie geht es weiter in Idomeni?" hob etwa die Nachrichtensendung "heute plus" (ZDF) im März in sendungstypischem Gelb hervor. Doch wozu diese Verstärkungen? Die Ursachen des ploppenden "Fragenbooms" dürften nicht in der Pädagogik zu suchen sein, sondern in der "Technik" ... (Telepolis vom 16. Juni 2016)
Auf den Bildschirmen blinken mehr und mehr Zahlen auf, Namen, Funktionen, Kurztexte - und sogar Fragen sind inzwischen newsfähig geworden. "Wie geht es weiter in Idomeni?" hob etwa die Nachrichtensendung "heute plus" (ZDF) im März in sendungstypischem Gelb hervor. Doch wozu diese Verstärkungen? Die Ursachen des ploppenden "Fragenbooms" dürften nicht in der Pädagogik zu suchen sein, sondern in der "Technik" ... (Telepolis vom 16. Juni 2016)
15. Juni 2015
Facebook First - Die Koppelung von Massenmedien und Daten
Am 15. Mai 2015 stellte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine nun schon 20-jährige Nachrichtensendung "heute nacht" ein und ersetzte sie durch "heute+". Die neue Newssendung soll sich vor allem an jüngere Generationen richten. Und deshalb wurden für das neue Konzept nicht nur das traditionelle Nachrichtenformat und der lineare Sendungsablauf aufgegeben. Fortan - so erklärte der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen - würden die Inhalte zuerst über die sozialen Medien "verteilt": „Die Fernsehausstrahlung ist das Nachrangige“.
"Facebook first" nannte der Mediendienst "turi2" die verjüngte Nachrichtenstrategie des ZDF. Und in der Tat: Die neue Newssendung könnte den Beginn einer neuen Medienepoche markieren: Die traditionellen Massenmedien Presse, Radio und Fernsehen betreten (still und) systematisch die "Walled Gardens" der internationalen (Kommunikations-)Konzerne …“ (Telepolis vom 14. Juni 2015)
"Facebook first" nannte der Mediendienst "turi2" die verjüngte Nachrichtenstrategie des ZDF. Und in der Tat: Die neue Newssendung könnte den Beginn einer neuen Medienepoche markieren: Die traditionellen Massenmedien Presse, Radio und Fernsehen betreten (still und) systematisch die "Walled Gardens" der internationalen (Kommunikations-)Konzerne …“ (Telepolis vom 14. Juni 2015)
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