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15. Mai 2019

Grundwissen Radio. Eine Chronik des Massenmediums

"Das Radio befindet sich gegenwärtig in einem grundlegenden und eher still vollzogenen Veränderungsprozess. Die Grenzen zu Fernsehen, Print und Online werden neu bestimmt, die Grundbereiche Nachrichten und Politik, Kultur und Unterhaltung, Werbung und Musik neu gemischt. Die Gewissheiten des UKW-Radios sind brüchig geworden. Auch das akustische Medium Hörfunk denkt inzwischen mehrmedial.
„Grundwissen Radio“ beschreibt die Veränderungen des Hörfunks seit den Anfängen in Deutschland 1923 und bezieht auch die ganz aktuellen Entwicklungen mit ein. Erst in der langen Zeitlinie werden die drastischen Veränderungen deutlich, die das Radio in fast 100 Jahren durchgemacht hat. Organisatorisch, technisch, ästhetisch, medial, akustisch". (Aus dem Vorwort zu Grundwissen Radio. Eine Chronik des Massenmediums. München 2019. UVK, utb)

Stimmen:
"Der Autor zeichnet die Geschichte des Radios seit seinem Start im Jahr 1923 bis zur neuen Mobilfunktechnologie 5G nach. ... Durchweg gut verständlich geschrieben. … Empfohlen als Einführung oder Überblick für Studenten, Radiomacher oder Leser mit Interesse am Hörfunk“ (Rouven Hans, ekz.bibliotheksservice 27/2019)

25. März 2014

Kultur, Radio, Kulturradio und 50 Jahre WDR 3 - Gespräch mit WDR 3-Programmchef Karl Karst

Als der Westdeutsche Rundfunk 1964 sein neues, sein drittes Programm startete, bestanden 37 Prozent der Sendungen aus 'Politischem Wort', 33 Prozent aus E-Musik und rund 16 Prozent aus 'Kulturellem Wort'. Gesendet wurde auf Ultrakurzwelle und vor allem in den Abendstunden; manchmal sogar schon in Stereo. Seitdem hat sich fast alles verändert. Anlässlich des 50. Jubiläums des Kulturradios WDR 3 sprechen der Medienwissenschaftler Hans-Jürgen Krug und der langjährige WDR 3 Programmchef Karl Karst über Kultur, Radio, Kulturradio und die wechselhafte Geschichte von WDR 3 (Podcast WDR 3 Forum. Dauer: 54 Minuten, Podcast)

14. Dezember 2012

Stellungskriege. Das Kulturradio muss neu gedacht werden (= Kulturradio-Debatte 6)


Seit seinen Anfängen 1923 hat der Hörfunk in Deutschland neben Musik, Unterhaltung, Nachrichten, Politik und Werbung Kultur gesendet. Alle Programmbereiche hatten ihre Besonderheiten, ihr ständiger Wechsel machte den Reiz des frühen, noch konkurrenzlosen, rein akustischen Mittelwellenradios aus, das in den Abendstunden bis in die 1960er Jahre hinein sogar ein vielgehörter „Kulturfaktor“ war. 1956 wurde das erste explizite Kulturradio, das „Dritte Programm“ des NDR, gegründet. Das Sonderprogramm für Anspruchsvolle sendete ähnlich wie ein Theaterprogramm nur in den Abendstunden (auf UKW) und - nicht nur aus technischen Gründen - für wenige Hörer. Denn, so NDR-Intendant Walter Hilpert: „Wir erwarten Zuhörer, zum Zuhören bereite Hörer.“
Erst der neue Verbreitungsweg UKW … (epd medien 50/ 2012)

30. Oktober 2008

Hören, Kultur, Medien

Anfang 2004 standen plötzlich die Videoaufnahmen von der Enthauptung des Amerikaners Nicholas Berg (im Irak) im Internet und gingen dann in die Berichterstattung der Massenmedien ein. Auch das ZDF nahm sich des Themas an, sehr vorsichtig und ausgewählt. Man verzichtete auf besonders brutale Ausschnitte, reduzierte das anonym hergestellte Video auf ein Standbild – und vergaß den Ton. Hinter der erklärenden Reporterstimme und den ausgewählten Standbildern waren die Schmerzenslaute original zu hören. Sie wurden mitgesendet. Im vermeintlichen Bilder-Medium Fernsehen kam der Schrecken aus dem Ton.
Töne und Originaltöne, Klänge und Geräusche, Worte und Musik, kurz: das Akustische und das Orale sind überall – und sie sind von großer Kraft. In den frühen Gesellschaften wurde vor allem gesprochen und das Orale, das Mündliche spielte im Alltag und in der Kultur eine herausragende, verbindende Rolle; jedes Individuum war „durch psychoakustische Nabelschnüre … mit dem Gruppenklangkörper mehr oder weniger kontinuierlich verbunden“ (Peter Sloterdijk). Erst in den Gesellschaften der „Gutenberg-Galaxis“ (nach 1450) wurde der Stellenwert des Oralen nach und nach zurückgedrängt; die Bevorzugung von Buch, Zeitung und leisem Lesen begann. Lesen und Schreiben wurden seit der Einführung der Schulpflicht in den Schulen gelehrt, das Hören nicht. Das Hören wurde in den modernen Gesellschaften deshalb zu einer eher vernachlässigbaren Sinnestätigkeit. Man hörte quasi naturwüchsig, ohne Hör-Alphabetisierung.
Der 1923 in Deutschland gestartete Hörfunk konnte diese Bevorzugung der Schrift nicht wirklich verändern. Das Radio mit seiner sekundären Oralität war flüchtig und die Programme waren lange nicht aufzuzeichnen; der Hörfunk wirkte eher indirekt durch seine Sprechstile auf die Hörer, ihr Hören und vielleicht sogar auf die Gemeinschaftsbildung. „Die Gemeinschaft“, so hielt der kanadische Klangforscher Murray Schafer fest, „die vorher durch ihre Glocke oder den Tempelgong definiert worden war, wurde jetzt … " (politik und kultur. Zeitung des Deutschen Kulturrates) (weiter)

21. Juni 2007

Günter Eichs Lyrik

Günter Eich (1907-1972) gilt noch immer als der "bedeutendste Dichter der deutschen Nachkriegszeit" (Die Zeit) - und doch ist es in den Literatur- und Medienwissenschaften um den Lyriker und Hörspielautor überraschend still geworden. Selbst zum 100. Geburtstag Anfang des Jahres gab es keine neuen Arbeiten, keine aktuelle Biografie, keine neue Werkanalyse, von einer neuen Einordnung in die deutsche Literaturgeschichte ganz zu schweigen - es blieb ganz einfach still. Eich regt in den Wortwissenschaften nicht mehr wirklich an und auf - einzig die ARD-Kulturradios widmeten sich zum Geburtstag ausgiebig dem Hörspieldichter mit einem ganzen, deutschlandweit ausgestrahlten Günter-Eich-Abend. Die Kräfteverhältnisse zwischen Radio, Buchkultur und Literaturwissenschaft scheinen sich verändert zu haben ... (Literaturkritik).

14. April 2006

Audio-Science: Kulturradio in Hamburg

"Die Vorstellungen darüber, wie der Hörfunk über Kultur berichten soll, haben sich immer wieder verändert. 1945 war Kultur ein gern gehörter Teil eines einzigen Radioprogramms auf Mittelwelle und die Radiomänner Axel Eggebrecht und Ernst Schnabel waren Stars in Norddeutschland. Vierzig Jahre später muss sich die Kultur unter dreißig anderen Programmen und Formatradios behaupten. Im Rahmen eines Projektseminars (Leitung: Hans-Jürgen Krug) am Studiengang Medienkultur der Universität Hamburg wurden erstmals Hamburger Radiopioniere, Schriftsteller und Wissenschaftler nach ihren Radioerfahrungen seit 1945 befragt. In der dreiteiligen, unorthodox geschnittenen und immer wieder überraschenden O-Ton-Collage berichten exklusiv der ehemalige NDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Jäger, Ex-NDR Kultur-Chef Wolfgang Knauer oder der langjährige Chef des Künstlerischen Worts beim NDR Hanjo Kesting. Mit dabei waren die Autoren Christian Geissler, Jost Nolte, Hermann Peter Piwitt, Adolf Schröder und Peter Schütt, die Radio- und TV-Macher Rainer Hagen und Charlotte Drews-Bernstein, die Regisseure Hans Rosenhauer und Gerlach Fiedler, NDR-Featurechefin Ursula Voss sowie der Literaturwissenschaftler Horst Ohde - und ganz viel Radiolust.
Die O-Ton-Collage „Radiokultur in Hamburg“ wurde am Sonntag, dem 9. April 2006 (11 Uhr) im Hamburger ABATON-Kino öffentlich uraufgeführt.
Der Deutschlandfunk wieß in seinem "Hörspielkalender" (11. März 2006) auf die Collage hin. Die NDR Hamburg-Welle 90,3 berichtete am 13. April 2006 im "Abendjournal" (18.30 Uhr) über das "ambitionierte Projekt".
TIDE sendete die drei O-Ton-Montagen in seinem Campus-Radio und wiederholte alle Folgen von "Radiokultur in Hamburg" am 18. April 2006 (18.30 – 20.00 Uhr (90 Minuten)). Wiederholung am 30. November 2006 (22.00 - 23.30 Uhr).