Die Nachrichtensendungen im Fernsehen verändern sich seit geraumer Zeit rapide. Die Neuigkeiten werden nicht mehr nur bebildert oder von Sprechern verlesen, sie werden auch immer stärker grafisch gestaltet (PowerPoint).
Auf den Bildschirmen blinken mehr und mehr Zahlen auf, Namen, Funktionen, Kurztexte - und sogar Fragen sind inzwischen newsfähig geworden. "Wie geht es weiter in Idomeni?" hob etwa die Nachrichtensendung "heute plus" (ZDF) im März in sendungstypischem Gelb hervor. Doch wozu diese Verstärkungen? Die Ursachen des ploppenden "Fragenbooms" dürften nicht in der Pädagogik zu suchen sein, sondern in der "Technik" ... (Telepolis vom 16. Juni 2016)
Am 15. Mai 2015 stellte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine nun schon 20-jährige Nachrichtensendung "heute nacht" ein und ersetzte sie durch "heute+". Die neue Newssendung soll sich vor allem an jüngere Generationen richten. Und deshalb wurden für das neue Konzept nicht nur das traditionelle Nachrichtenformat und der lineare Sendungsablauf aufgegeben. Fortan - so erklärte der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen - würden die Inhalte zuerst über die sozialen Medien "verteilt": „Die Fernsehausstrahlung ist das Nachrangige“.
"Facebook first" nannte der Mediendienst "turi2" die verjüngte Nachrichtenstrategie des ZDF. Und in der Tat: Die neue Newssendung könnte den Beginn einer neuen Medienepoche markieren: Die traditionellen Massenmedien Presse, Radio und Fernsehen betreten (still und) systematisch die "Walled Gardens" der internationalen (Kommunikations-)Konzerne …“ (Telepolis vom 14. Juni 2015)
Ob es um die Politik der Piraten, die Rücktritte von Christian Wulff und Norbert Röttgen oder um die Meinungen Sigmar Gabriels geht: Nachrichten werden offenbar immer stärker über Twitter verbreitet, verstärkt und beschleunigt, ja sie kommen scheinbar sogar von "Twitter". Der Mikrobloggingdienst scheint immer wieder schneller und dynamischer zu sein als Homepage und Blog, Radio, Fernsehen oder gar die Zeitungen. Und der Journalismus nimmt die neuen Informationsfluten aus maximal 140 Zeichen überraschend bereitwillig auf. Der Weg von der Twitter-Mitteilung (etwa) zur Spiegel-Online- oder zur Bild.de-Geschichte wird immer kürzer (Telepolis vom 7. Juli 2012 (weiter))