Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

15. Mai 2019

Grundwissen Radio. Eine Chronik des Massenmediums

"Das Radio befindet sich gegenwärtig in einem grundlegenden und eher still vollzogenen Veränderungsprozess. Die Grenzen zu Fernsehen, Print und Online werden neu bestimmt, die Grundbereiche Nachrichten und Politik, Kultur und Unterhaltung, Werbung und Musik neu gemischt. Die Gewissheiten des UKW-Radios sind brüchig geworden. Auch das akustische Medium Hörfunk denkt inzwischen mehrmedial.
„Grundwissen Radio“ beschreibt die Veränderungen des Hörfunks seit den Anfängen in Deutschland 1923 und bezieht auch die ganz aktuellen Entwicklungen mit ein. Erst in der langen Zeitlinie werden die drastischen Veränderungen deutlich, die das Radio in fast 100 Jahren durchgemacht hat. Organisatorisch, technisch, ästhetisch, medial, akustisch". (Aus dem Vorwort zu Grundwissen Radio. Eine Chronik des Massenmediums. München 2019. UVK, utb)

Stimmen:
"Der Autor zeichnet die Geschichte des Radios seit seinem Start im Jahr 1923 bis zur neuen Mobilfunktechnologie 5G nach. ... Durchweg gut verständlich geschrieben. … Empfohlen als Einführung oder Überblick für Studenten, Radiomacher oder Leser mit Interesse am Hörfunk“ (Rouven Hans, ekz.bibliotheksservice 27/2019)

28. April 2016

Rapider Wandel. Über Medien und Massenmedien

"Neue Techniken, so formulierte der kanadische Medienwissenschaftler Marshall McLuhan schon Ende der 1960er-Jahre, schaffen neue Umwelten. Doch diese neuen Umgebungen bleiben in der Regel zunächst unsichtbar. Wir leben schon in ihnen, aber wir erkennen sie (noch) nicht. Wir nehmen sie in den Begriffen von gestern wahr.
Presse, Radio und Fernsehen, Tonband, Kassette und Videorecorder dominierten bis in die 1990er-Jahre unsere massenmedialen Umwelten. Dann folgten Computer, Internet, Smartphone – und mit ihnen weitere ganz neue elektronische Umwelten. Sie entstanden zunächst neben den tradierten Angeboten. Dann veränderten sie – der Beschreibung noch weitgehend entzogen – auch diese grundlegend.
Die hier versammelten Beiträge über Medien und Massenmedien verstehen sich als "Probes" (McLuhan), als Erkundungen unsichtbarer moderner Medien(um)welten" (Klappentext) (Erstveröffentlichung 1/ 2015) (Mehr)

8. Mai 2012

Die Sounds des Radiojournalismus

Das Radio gilt noch immer als das schnellste und aktuellste Massenmedium – und doch fällt es schwer, sich an besondere Eilmeldungen, Scoops oder gar Rechercheleistungen zu erinnern. Natürlich, da war 2010 das Deutschlandradio-Interview mit Bundespräsident Horst Köhler, das ein Anlass für dessen spektakulären Rücktritt gewesen sein soll. Aber sonst?
Internet, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften haben den Hörfunk als »Faktor der öffentlichen Meinungsbildung« offenbar bereits vor langer Zeit abgelöst. Der Einfluss sei »nur noch gering«, befand SDR-Medienforscher Hansjörg Bessler schon vor dreißig Jahren. Seither scheint sich daran nichts geändert zu haben. »Nur wenig von dem, was über den Äther geht, lässt sich noch genuin als Journalismus bezeichnen«, schrieb kürzlich der Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl. .. (Message – Internationale Zeitschrift für Journalismus 2-2012). Weiteres

29. Mai 2011

Mediale Erregungszustände

"1971 wird die Autofahrerwelle Bayern 3 gegründet. Die Nachrichten sollen nun vor allem nützlich sein, die Informationen Service und die Sprache alltagsnah. B3 ist die erste öffentlich-rechtliche Neugründung, die vor allem durch Werbung finanziert wird – und markiert einen folgenreichen Bruch. Doch die Hörer mögen das leichte Programm. Rasch folgen hr3 oder SWF3. Sie alle entziehen den werbefreien 1. und 2. Programmen rasch die Hörer.
1975 ... (Telepolis vom 28. Mai 2011) (Weiter)

21. April 2011

Erregungszustände. Neue Medien, neue Politik, neue Publika - eine Tagung (Berlin)

„Deutschland ist das Land der medialen Dauererregung schlechthin“ schieb Ende 2010 die Neue Zürcher Zeitung. In der Tat fällt es nicht schwer, Stichworte dieser sehr unterschiedlichen Erregungen und Emotionalisierungen zu finden: Schweinegrippe, Joachim Gauck, Stuttgart 21, Missbrauch, Klimakatastrophe, Thilo Sarrazin, „Wutbürger“, Jörg Kachelmann, Karl Theodor zu Guttenberg. Es gibt gute Gründe hinter diesen „Erregungszuständen“ tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen zu vermuten. Sie dürften bereits in den 1970er Jahren begonnen haben, ihre Brisanz dringt aber offenbar erst vierzig Jahre später drastisch ins öffentliche Bewusstsein. Die modernen Medien- und Informationsgesellschaften haben Informationsmengen aufgehäuft, die individuell nicht mehr zu durchdringen sind und neue Formen verlangen.
Data Driven Journalism setzt auf Algorithmen und Recherche; Trimediale Newsrooms verbinden Wort, Bild und Ton ganz neu; der Hauptstadtjournalismus wird offenkundig persönlicher, schneller und zuspitzender, Kurt Imhof prägte schon 2008 den Terminus „Rudeljournalismus“. Und die Jugend will es offenbar boulevardesker. You Tube statt Fernsehen, privat statt öffentlich-rechtlich, Paris statt Angela. Politik und Politiker/-innen stehen unter enormem Veränderungsdruck:
Persönlichkeiten, nicht Parteien faszinieren Zuschauer, Hörer, Leser und letztendlich Wähler (oder eben Nichtwähler); und es gibt – so Stuttgart 21 – offenbar auch einen Wunsch nach mehr direkter politischer Teilhabe.
“A deeper conflict”, schrieb Jürgen Habermas in der New York Times “brewing over our country’s understanding of democracy”. Andere diagnostizieren in der Bevölkerung eine diffuse Unzufriedenheit, ja sogar eine Entfremdung von der „Parallelgesellschaft Politik“ (Norbert Bolz). Und die Mitte fühlt sich bedroht; sie scheint sich von Medien und Politik zu entfernen" - Die Tagung ist hier dokumentiert.

27. März 2009

Wann ist die beste Zeit für Politik? Hamburger Radiomacher berichten


Die 1980er-Jahre waren keine beliebige Radioperiode, sondern eine Zeit heftiger Medienumbrüche; niemals hat sich die Hamburger Medienlandschaft so rapide und folgenreich verändert: 1981 wurde die traditionsreiche, in ganz Norddeutschland hörbare Hörfunkwelle NDR 1 regionalisiert; Hamburg erhielt sein eigenes Regionalprogramm „NDR 1 - Hamburg-Welle“, und in Kiel und Hannover entstanden – in Hamburg gut hörbar – konkurrierende Regionalwellen. 1986 starte mit Radio Schleswig-Holstein (RSH) das erste private Hörfunkprogramm in Deutschland. Der NDR verlor nach der Einführung des dualen Rundfunksystems die Hälfte seiner Hörer - und baute seine Programme radikal um. Die populärste Informationswelle NDR 2 wurde neu und musikalischer strukturiert – als Gegenpart zu den so erfolgreichen privaten Wellen. Und 1989 entstand mit NDR 4 eine eigene, aber nicht sehr hörerreiche anspruchsvolle Wortwelle.
In dem von Hans-Jürgen Krug geleiteten Projektseminar „Radioproduktion“ (WS 2008/ 2009) wurden Peter Schiwy (ehemaliger NDR-Intendant), Gerhard E. Gründler (langjähriger Direktor des Landesfunkhauses Hamburg), Jürgen Kellermeier (Hörfunk-Chefredakteur, Hörfunkdirektor und schließlich Fernsehdirektor beim NDR), die langjährigen Wellenchefs Wolfgang Bombosch (NDR 1-Hamburg-Welle) und Rüdiger Knott (NDR 90,3) sowie die NDR-Journalistin und spätere Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelie Sonntag-Wollgast im Studio sehr ausgiebig befragt: Zu ihren (bis in die 1960er Jahre reichenden) Radioerfahrungen und den Bedingungen für Politikberichterstattung in den 1970er- und 1980er-Jahren, über Sendeformate, Radioformen, Musikfarben, ideale Radiozeiten, journalistische Veränderungen und die Konkurrenz im Hörfunkbereich.
Die Produktion „Wann ist die beste Zeit für Politik. Hamburger Radiomacher erzählen“ von Dinara Burnasheva und Manja Malz erzählt erstmals und akustisch eine sehr relevante und weitgehend vergessene Periode Hamburger Radiogeschichte. Sie wird am 3. April 2009 (14.00 Uhr) von TIDE 96 urgesendet. Wiederholungen gibt es am 7. April (15.00 Uhr), 13. April (23.00 Uhr) und am 22. April (13.00 Uhr).