Ende des 19. Jahrhunderts veränderte der Siegeszug der Telegraphie die
Informationsübermittlung gravierend. Erstmals, so schreibt Neil Postman
1985 in seinem Buch "Wir amüsieren uns zu Tode", wurde die "Idee der
kontextlosen Information" marktfähig. Einst regional gebundene
Informationen waren nun weitgehend zeitgleich überall nutzbar, aus
"funktionalen Informationen" wurden "dekontextualisierte Fakten". Nach
und nach strahlte das telegrafische Modell auf die Presse aus, dann auf
das Radio und die anderen elektronischen Medien.
"Zusammenhanglosigkeit", so Postman, "erhielt Eingang in den Diskurs". In den 1990er Jahren gewannen diese dekontextualisierten Fakten auch im
bundesdeutschen Mediensystem an Bedeutung. Am Anfang dieser
Modernisierung stand ... (Telepolis vom 9. Mai 2017)
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9. Mai 2017
28. April 2016
Rapider Wandel. Über Medien und Massenmedien
"Neue Techniken, so formulierte der kanadische Medienwissenschaftler Marshall McLuhan schon Ende der 1960er-Jahre, schaffen neue Umwelten. Doch diese neuen Umgebungen bleiben in der Regel zunächst unsichtbar. Wir leben schon in ihnen, aber wir erkennen sie (noch) nicht. Wir nehmen sie in den Begriffen von gestern wahr. Presse, Radio und Fernsehen, Tonband, Kassette und Videorecorder dominierten bis in die 1990er-Jahre unsere massenmedialen Umwelten. Dann folgten Computer, Internet, Smartphone – und mit ihnen weitere ganz neue elektronische Umwelten. Sie entstanden zunächst neben den tradierten Angeboten. Dann veränderten sie – der Beschreibung noch weitgehend entzogen – auch diese grundlegend.
Die hier versammelten Beiträge über Medien und Massenmedien verstehen sich als "Probes" (McLuhan), als Erkundungen unsichtbarer moderner Medien(um)welten" (Klappentext) (Erstveröffentlichung 1/ 2015) (Mehr)
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