Ende des 19. Jahrhunderts veränderte der Siegeszug der Telegraphie die
Informationsübermittlung gravierend. Erstmals, so schreibt Neil Postman
1985 in seinem Buch "Wir amüsieren uns zu Tode", wurde die "Idee der
kontextlosen Information" marktfähig. Einst regional gebundene
Informationen waren nun weitgehend zeitgleich überall nutzbar, aus
"funktionalen Informationen" wurden "dekontextualisierte Fakten". Nach
und nach strahlte das telegrafische Modell auf die Presse aus, dann auf
das Radio und die anderen elektronischen Medien.
"Zusammenhanglosigkeit", so Postman, "erhielt Eingang in den Diskurs". In den 1990er Jahren gewannen diese dekontextualisierten Fakten auch im
bundesdeutschen Mediensystem an Bedeutung. Am Anfang dieser
Modernisierung stand ... (Telepolis vom 9. Mai 2017)
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9. Mai 2017
11. April 2015
The Investigative Turn - Fernsehen, Recherche, Boulevard
Seit geraumer Zeit will das Fernsehen kein reines Unterhaltungs-, Nachrichten- oder Servicemedium mehr sein. Es will mehr. Es will investigativ sein. Einige Privatsender und öffentlich-rechtliche Programme haben deshalb investigative 'Abteilungen' aufgebaut, investigative Formate entwickelt und entsprechende Kooperationspartner gesucht und gefunden. Inzwischen scheinen diese Teams eine Art zeitgenössische, fernsehspezifische Ästhetik des Investigativen herauszubilden: Unkenntlich gemachte Aufnahmen, nachgesprochene Originaltöne und nachgestellte Szenen sollen Wirklichkeit darstellen.
Wann der Investigativboom begonnen hat, lässt sich bisher nur schwer bestimmen ... (Telepolis vom 11. April 2015).
23. September 2012
Luftaufklärung. Drohnen und die Zukunft des Journalismus
Dass aus neuen, zunächst militärisch genutzten Technologien immer wieder neue Medien entstanden sind, ist heute eher vergessen. Radio etwa wurde in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges erprobt, UKW diente zunächst zur Koordinierung von Panzern und wurde erst viel später zur Übertragung von Radioprogrammen genutzt; tragbare Tonbandgeräte wurden früh von Propagandakompanien auf Praxistauglichkeit geprüft. Militärische Bedürfnisse und Entwicklungen beeinflussten die Entstehung von Fernsehen, Internet oder GPS (Global Positioning System). Gegenwärtig kann man beobachten, wie die vor allem militärisch genutzten Drohnen langsam auch ins zivile Leben einziehen und Medien und Journalismus zu beeinflussen beginnen. "Drone Journalism Arrives" titelte 2011 die New York Times und ABC wusste: "Drone Journalism takes off". In Deutschland spricht man vom "Drohnenjournalismus". (Telepolis vom 23. September 2012 (weiter))
8. Mai 2012
Die Sounds des Radiojournalismus
Das Radio gilt noch immer als das schnellste und aktuellste Massenmedium – und doch fällt es schwer, sich an besondere Eilmeldungen, Scoops oder gar Rechercheleistungen zu erinnern. Natürlich, da war 2010 das Deutschlandradio-Interview mit Bundespräsident Horst Köhler, das ein Anlass für dessen spektakulären Rücktritt gewesen sein soll. Aber sonst?Internet, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften haben den Hörfunk als »Faktor der öffentlichen Meinungsbildung« offenbar bereits vor langer Zeit abgelöst. Der Einfluss sei »nur noch gering«, befand SDR-Medienforscher Hansjörg Bessler schon vor dreißig Jahren. Seither scheint sich daran nichts geändert zu haben. »Nur wenig von dem, was über den Äther geht, lässt sich noch genuin als Journalismus bezeichnen«, schrieb kürzlich der Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl. .. (Message – Internationale Zeitschrift für Journalismus 2-2012). Weiteres
14. September 2011
Aufnahmezustände. Fukushima, das Unsichtbare und der Journalismus
"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir aus den Massenmedien" lautet ein fast schon zum Gemeinplatz gewordener Satz, mit dem Niklas Luhmann 1996 sein Buch "Die Realität der Massenmedien" einleitete. Doch was ist, wenn auch die Massenmedien nichts wissen - und dennoch senden müssen? Sogar permanent senden müssen? Johannes Hano, ZDF-Studioleiter in Peking und Tokio, berichtete im März 2011 aus Japan über Erdbeben, Tsunamis und Größte Anzunehmende Unfälle. Jetzt hat er seine Erinnerungen an die traumatischen Ereignisse publiziert .." (Telepolis vom 13. September 2011) (weiter)
6. März 2010
Radio (2010)
"Seit 1923 gibt es Radio. Technische, ökonomische, politische
Stellenwert und Form der einzelnen Programmbereiche immer wieder verändert. Mal dominierte die Kultur, mal die Musik, die Politik oder die Werbung. Und mit jeder Verlagerung veränderten sich auch die Radioprogramme und Radioformate. Der Autor führt kompakt und verständlich in das Medium ein - in Geschichte, Ökonomie, Formate, Programmbereiche und Nutzung" (Verlagsankündigung). Hier und hier mehr.
2010 Platz 9 unter den "Top 10 der Studienliteratur UVK bei UTB" (Vgl. UVK Druckfrisch 2/ 2010, S. 34)
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Reaktionen:
"Jeder kennt es, fast alle Deutschen haben eines und es ist gleichzeitig das älteste elektronische Massenmedium – das Radio. Schlicht wie der Titel suggeriert, nähert sich Hans-Jürgen Krug in seinem Buch dieser medialen Selbstverständlichkeit an. Und fördert durch seine Beschäftigung mit dem Wesen des Hörfunks viel Unbekanntes und Erstaunliches zu Tage." (Bettina Schmieding/ Funkfenster online)
"Mit diesem Buch wird ein schmaler, aber eng bedruckter Band vorgelegt, der die Geschichte und Nutzung eines Mediums darlegt, das sich in seiner rund 90-jährigen Geschichte immer wieder neu erfinden musste ... Kompetent geschriebene Einführung in ein Medium, das jeder nutzt, aber kaum jemand mehr wirklich wahrnimmt (Gisela Grumpe-Aßmann/ ekz-Informationsdienst vom 17. Mai 2010).
Betriebskultur: Diese feine Werk von Hans-Jürgen Krug zum Thema Radio bildet den, der gern Funk macht. Lesen!.
"Das Buch ist eine Aufforderung an Studierende und Wissenschaftler, sich endlich mit dem Medium Radio auseinanderzusetzen, zu forschen und zu analysieren. Bachelor- und Masterstudenten, Promotions- und Habilitationswilligen öffnet sich ein breites Themenspektrum. Das Buch ist durchzogen mit Hinweisen auf weiße Flächen in der Forschung ... Allen, die sich für wissenschaftliche Forschung im Bereich Radio interessieren, sei dieses Buch empfohlen." (Margareta Bloom-Schinnerl/ rkm-journal vom 20. November 2011).
"Die Stärke des Buches besteht darin, auf wenig Raum erstaunlich präzise und differenzierte Informationen zu den Radioprogramm-Entwicklungen der letzten Jahre zu vermitteln ..." (Konrad Dussel/ Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 4/ 2011).
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