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11. November 2024

„Bis auf Weiteres“ Die erste Coronawelle im Hinterland – zweiter Teil des zweiteiligen Rückblicks

24. April, Fr.: Die Geschäfte sind wieder geöffnet – aber der Konsum hat sich verändert. Auch im Hinterland. Heute berichtet der „Hinterländer“ aus Gladenbach. Das Modehaus Krug hat seine Ladenfläche durch „mit Folien überzogene Bauzäune“ verkleinert, Bellersheim hat Einbahnstraßen eingerichtet, beim Eiscafé San Remo kann man das Eis am Eingang abholen. Einkaufswagen, Transponderchips oder Kleiderhacken werden zur Zählung und Begrenzung der Kundenzahlen eingesetzt, Mitarbeiter oder Sicherheitsdienste kontrollieren. Es gibt Hygienestationen. Überall „Kreativität“, aber auch erschwerte Bedingungen, Pedanterie. Eis darf nicht in „essbaren“ Behältern verkauft und muss 50 Meter vom Geschäft entfernt verzehrt werden. Und die Ordnungsämter? Sie versuchen „Testkäufe ... (Hinterländer Geschichtsblätter 3/ 2025, S. 177-181)

29. Oktober 2023

100 Jahre Radio im Hinterland (Altkreis Biedenkopf)

Es war ein fast hörerfreier Start. Als am 29. Oktober 1923 der „Unterhaltungsrundfunk“ im Berliner Vox-Haus startete, gab es rund 400 registrierte Zuhörer. Die Sendungen waren vor allem in der Hauptstadt zu empfangen. Das Hinterland erreichten sie nicht. Erst die Gründung der „Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG“ in Frankfurt verbesserte seit Anfang 1924 die Empfangssituation im Kreis Biedenkopf, doch sie blieb schwierig. Als 1924 der Gewerbeverein in Biedenkopf „an gewitterfreien Tagen“ die Einwohner mit öffentlichen Veranstaltungen für das neue Medium begeistern wollte blieb die Resonanz gering. Schon kurz nach der Eröffnung wurde die Initiative wieder eingestellt: „Mangels Besuch, wegen zu hoher Unkosten und ungünstiger Witterungseinflüsse“.Das Interesse an der „Radio-Sache“ kam nicht von selbst...." (Hinterländer Anzeiger vom 27. und 28. Oktober 2023)


15. Oktober 2021

„Es kommt ja niemand zum Tanzen“ - Über die Anfänge des Fernsehens im Hinterland

Besucher des Landgrafenschlosses in Biedenkopf konnten am 22. Mai 1953 nicht nur über die Kreisstadt und das Lahntal schauen, sondern in die Welt. Radio Pfeil hatte auf der Schlossterrasse einen Fernsehapparat der Firma Grundig aufgestellt, einen der ersten im Hinterland. Das Fernsehen war in Deutschland noch kein halbes Jahr alt. Weihnachten 1952 hatte der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) mit der Ausstrahlung eines regulären Fernsehprogramms begonnen. Der Empfang auf der Schlossterrasse war an diesem Freitagabend sehr gut – und so konnten die Interessierten nicht nur die „Tagesschau“ (20.00 Uhr) sehen, sondern auch einen Kulturfilm sowie – nach 21.15 Uhr – die dreißigminütige Dokumentation „Endstation Fernsehen. Ein Querschnitt durch 50 Jahre deutscher Funktechnik“. Der Fernsehtag klang mit „Kurt Wege mit seinen Solisten“ (21.45 Uhr) aus. 

Auch in Gladenbach … (Hinterländer Geschichtsblätter 3/ 2021, Seite 81-86)

5. April 2019

Es begann in Biedenkopf. Willy Brandt, der Wahlkampfauftakt 1969 und die erste soziallberale Koalition

Der 21. August 1969 war ein Donnerstag. In Hessen waren noch Sommerferien, das Wetter war durchwachsen. Immer wieder regnete es. Vor den großen Ferien waren wir mit der Lahntalschule in La Charité-sur-Loire gewesen und hatten uns dann unsere Mittlere Reife bestätigen lassen. Ein neues Lebenskapitel sollte beginnen, Oberstufe, reformierte Oberstufe. Mittags standen wir in Biedenkopf auf dem Marktplatz. Seit Tagen war der Auftritt eines der prominentesten deutschen Politiker angekündigt und beworben worden: Willy Brandt, SPD-Vorsitzender, Vizekanzler der Großen Koalition und Außenminister sollte um 14 Uhr in der Kreisstadt sprechen. Ein Ereignis.
Vor der „Deutschen Bank“ war ein Rednerpult aufgebaut worden. Gegen 13 Uhr begannen die „Marburger Jäger“ auf dem Marktplatz ihr „Platzkonzert“. Wenig später starteten die ersten Omnibusse in Bischoffen, Hartenrod, Niederhörlen, Elmshausen oder Hirzenhain. Über fünf Linien wurden Interessierte aus dem ganzen Hinterland „kostenlos“ zu der vom SPD-Unterbezirk Biedenkopf organisierten Veranstaltung abgeholt. Eine „vieltausendköpfige Menge“ soll es nach Zählungen des „Hinterländer Anzeigers“ (HA) geworden sein; die „Oberhessische Presse“ sah 3000 Männer, Frauen und viele Kinder. Carl-Christian Kaiser freilich, der für die renommierte Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ aus Biedenkopf berichtete, kam nur auf „vielleicht dreihundert, vierhundert Bürger und Bürgerinnen“ … (Hinterländer Geschichtsblätter 1/ 2019, S. 3-5)

14. Februar 2017

Wenn Zuschauer mitreden. Wie das Feedback ins Fernsehen kam

Am Anfang war eine Fernsehdokumentation. Als der WDR am 5. und 6. Oktober 1966 den Zweiteiler "Heia Safari - die Legende von der deutschen Kolonialidylle" sendete, war die rund 30 Jahre währende deutsche Kolonialzeit in Afrika weitgehend vergessen. Historiker hatten die Episode noch nicht für sich entdeckt, Filmaufnahmen aus der Zeit gab es kaum - und so ermöglichte der WDR dem Autor Ralph Giordano zweieinhalb Monate Spurensuche in Afrika. Man hatte noch reichlich Geld in Köln.
Giordano wollte nicht nur recherchieren, sondern das stille Einverständnis der bundesdeutschen Gesellschaft über die Kolonialjahre aufbrechen - und die Programmverantwortlichen, Chefredakteur Franz Wördemann und Redaktionsleiter Dieter Gütt, unterstützten ihn dabei ... (epd medien 6 vom 10. Februar 2017. 

2. Juli 2016

Silent News. Nachrichten zwischen Facebook und Fernsehen

Die Nachrichtensendungen im Fernsehen verändern sich seit geraumer Zeit rapide. Die Neuigkeiten werden nicht mehr nur bebildert oder von Sprechern verlesen, sie werden auch immer stärker grafisch gestaltet (PowerPoint).
Auf den Bildschirmen blinken mehr und mehr Zahlen auf, Namen, Funktionen, Kurztexte - und sogar Fragen sind inzwischen newsfähig geworden. "Wie geht es weiter in Idomeni?" hob etwa die Nachrichtensendung "heute plus" (ZDF) im März in sendungstypischem Gelb hervor. Doch wozu diese Verstärkungen? Die Ursachen des ploppenden "Fragenbooms" dürften nicht in der Pädagogik zu suchen sein, sondern in der "Technik" ... (Telepolis vom 16. Juni 2016)

28. April 2016

Rapider Wandel. Über Medien und Massenmedien

"Neue Techniken, so formulierte der kanadische Medienwissenschaftler Marshall McLuhan schon Ende der 1960er-Jahre, schaffen neue Umwelten. Doch diese neuen Umgebungen bleiben in der Regel zunächst unsichtbar. Wir leben schon in ihnen, aber wir erkennen sie (noch) nicht. Wir nehmen sie in den Begriffen von gestern wahr.
Presse, Radio und Fernsehen, Tonband, Kassette und Videorecorder dominierten bis in die 1990er-Jahre unsere massenmedialen Umwelten. Dann folgten Computer, Internet, Smartphone – und mit ihnen weitere ganz neue elektronische Umwelten. Sie entstanden zunächst neben den tradierten Angeboten. Dann veränderten sie – der Beschreibung noch weitgehend entzogen – auch diese grundlegend.
Die hier versammelten Beiträge über Medien und Massenmedien verstehen sich als "Probes" (McLuhan), als Erkundungen unsichtbarer moderner Medien(um)welten" (Klappentext) (Erstveröffentlichung 1/ 2015) (Mehr)

15. Juni 2015

Facebook First - Die Koppelung von Massenmedien und Daten

Am 15. Mai 2015 stellte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine nun schon 20-jährige Nachrichtensendung "heute nacht" ein und ersetzte sie durch "heute+". Die neue Newssendung soll sich vor allem an jüngere Generationen richten. Und deshalb wurden für das neue Konzept nicht nur das traditionelle Nachrichtenformat und der lineare Sendungsablauf aufgegeben. Fortan - so erklärte der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen - würden die Inhalte zuerst über die sozialen Medien "verteilt": „Die Fernsehausstrahlung ist das Nachrangige“.
"Facebook first" nannte der Mediendienst "turi2" die verjüngte Nachrichtenstrategie des ZDF. Und in der Tat: Die neue Newssendung könnte den Beginn einer neuen Medienepoche markieren: Die traditionellen Massenmedien Presse, Radio und Fernsehen betreten (still und) systematisch die "Walled Gardens" der internationalen (Kommunikations-)Konzerne …“ (Telepolis vom 14. Juni 2015)

29. Mai 2015

Drei Sekunden Aufklärung. Die Pädagogisierung von Productplacement

Jahrzehntelang war bezahlte Produktplatzierung im deutschen Fernsehen nicht erlaubt. Sie war Schleichwerbung - bis es 2010 zu einem "Paradigmenwechsel" (Helmut Volpers) kam. Seit dem 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag dürfen Privatsender Produktplatzierungen in ihre Unterhaltungsangebote integrieren. Für die öffentlich-rechtlichen Programme bleibt diese direkte Platzierung verboten, sie dürfen aber Produktionshilfen in Anspruch nehmen. Beide Systeme müssen - damit das Placement legal wird - "mindestens drei Sekunden" auf die "Unterstützung" hinweisen. Seit Anfang 2010 erscheinen auf den Bildschirmen deshalb immer wieder "P"-Logos mit erläuternden Kurztexten wie "Unterstützt durch Produktplatzierung" oder "Unterstützt durch Produktionshilfe" und verweisen darauf, dass ... (Telepolis vom 28. Mai 2015).

11. April 2015

The Investigative Turn - Fernsehen, Recherche, Boulevard

Seit geraumer Zeit will das Fernsehen kein reines Unterhaltungs-, Nachrichten- oder Servicemedium mehr sein. Es will mehr. Es will investigativ sein. Einige Privatsender und öffentlich-rechtliche Programme haben deshalb investigative 'Abteilungen' aufgebaut, investigative Formate entwickelt und entsprechende Kooperationspartner gesucht und gefunden. Inzwischen scheinen diese Teams eine Art zeitgenössische, fernsehspezifische Ästhetik des Investigativen herauszubilden: Unkenntlich gemachte Aufnahmen, nachgesprochene Originaltöne und nachgestellte Szenen sollen Wirklichkeit darstellen. 
Wann der Investigativboom begonnen hat, lässt sich bisher nur schwer bestimmen ... (Telepolis vom 11. April 2015). 

25. März 2015

Militär und Massenmedien. 80 Jahre Fernsehen


Am 22. März 1935 eröffnete Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky im großen Sitzungssaal des Berliner Funkhauses den Start des Fernsehens in Deutschland. Es war der erste "regelmäßige Programmbetrieb" weltweit, und er sollte - so Hadamovsky - das "Bild" des Führers "tief und unverlöschlich in alle deutschen Herzen pflanzen". Die Eröffnung war, so Arnolt Bronnen, "eine reine Hochstapelei". Noch gab es kein Programm, nur wenig Fernsehgeräte, kaum Zuschauer - und einen heimlichen Zwilling des neuen Mediums: das Militär.
Das frühe Fernsehen war ein "Medium ohne Publikum" (Winfried B. Lerg), und keiner wusste so recht, was damit angefangen werden sollte (Telepolis vom 22. März 2015).

1. Januar 2015

Powerpoint. Computersoftware und die grafische Vereinheitlichung der Fernsehnachrichten

Der Golfkrieg 1991 war der "erste totale elektronische Krieg der Geschichte" (Paul Virilio). Bilder von den Kriegsschauplätzen waren nun in "Echtzeit" möglich - und konnten doch nicht gesendet werden. Die Zensur des Pentagon verhinderte die Ausstrahlung - und zwang die Grafikabteilungen in den Sendern "Neuerungen zu entwickeln". Der Golfkrieg, so der amerikanische Journalist John R. MacArthur, war auch der "erste wirkliche Video-Logo-Krieg". "Operation Wüstengrafik". "Ich denke", so der Grafikprofessor Philip Meggs, "dass die Fernsehgrafik mit dem Golfkrieg in einem gewissen Sinne mündig geworden ist".
Grafiken gehörten zum Fernsehen wie Bilder und Töne.... (Telepolis vom 1. Januar 2015)

27. November 2014

Militärbilder - Wie Quellentexte Fernsehbilder eindeutiger machen sollen - und zu ganz eigenen Narrativen führen

Das Fernsehen hat seinen Bildern nie so richtig getraut. In den Nachrichtensendungen wurde deshalb immer wieder auf die Herkunft der Bilder hingewiesen. Zunächst erläuterten vor allem Stimmen aus dem Off, dass "Hier Archivbilder" gezeigt werden. Inzwischen setzt man zusätzlich auf den Textbaustein "Quelle". Oben oder unten, rechts oder links im Bild wird eingeblendet, woher die Aufnahmen kommen und – seit neuestem – was sie bedeuten. Aber das ist längst nicht bei allen Bildern der Fall. Die Mehrzahl scheint noch immer unkommentiert - quasi hinter den Texten – mitzulaufen.
Die Anfänge dieser Quellenangaben liegen im Dunkeln ... (Telepolis vom 27. November 2014)


11. Juni 2014

Kameras sehen Kameras. Wie Apparate Nachrichten- und Fernsehästhetiken verändern

Tag für Tag sendet das Fernsehen eine unübersehbare Flut an Bildern - und nicht wenige Zuschauer sind davon überzeugt, dass diese Bilder aus Nachrichten, Talksendungen oder Dokumentationen auch die Wirklichkeit zeigen; Fernsehen gilt noch immer als "Fenster zur Welt". Doch tatsächlich zeigt auch das Fernsehen - wie Marshall McLuhan schon in den 1960er Jahren gezeigt hat - höchstens Ausschnitte der Realität. Es zeigt jene Ausschnitte, auf die die Kameras und ihre Objektive gerichtet waren. Was außerhalb des Kamerafeldes geschieht, bleibt ungesehen, unbekannt - und es sollte lange Zeit auch unbekannt bleiben. Doch vor den Kameras ist es eng geworden. ... (Telepolis vom 12 Juni 2014 (weiter))

14. Juli 2013

Der Haushaltsbeitrag und der neue öffentlich-rechtliche Komplex

Rund 90 Jahre nach der Einführung der Hörfunks in Deutschland wurde die Gebühr auf den Besitz von Empfangsgeräten wie Radio, Fernseher oder Computer durch den - geräteunabhängigen - Haushaltsbeitrag ersetzt. Hinter der scheinbar unspektakulären Änderung der Berechnungsgrundlagen verbirgt sich eine Revolution: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde von der Technik gelöst. Technisch bedingte Defizite aber dienten bisher der Legitimation des gebührenfinanzierten Systems.
Das Mediensystem, das nach 1945 in Deutschland neu aufgebaut wurde, bestand eigentlich aus zwei ganz unterschiedlich finanzierten Systemen: ... (Telepolis vom 13. Juli 2013 (weiter))

14. Mai 2013

Alles unter einem Dach. Die trimediale Epoche und die Musik

Wenn in den 1970er-Jahren der „Rockpalast“ im Fernsehen übertragen wurde, trugen wir regelmäßig auch den Radioapparat und das Tonbandgerät ins Fernsehzimmer. Jetzt konnte der Livekonzertabend im TV gesehen, aber auch in Stereo und (laut) über Kopfhörer gehört und zugleich auch noch aufgenommen werden. Was die Technik noch nicht ermöglichte, schufen wir uns durch Improvisation und Körpereinsatz selbst. Wir jugendlichen Nutzer waren weiter als die Sender, waren Bastler, Pioniere einer gelegentlichen Mehrmedialität. Erst viel später konnten die Konzerte dann auch als CD oder DVD käuflich erworben, die Wiederholungen mit dem Videorecorder mitgeschnitten oder auf YouTube nochmals angesehen werden.
Doch der „Rockpalast“ war damals eine große, aber enorm populäre Ausnahme. Hörfunk und Fernsehen entwickelten sich seit den 1960er-Jahren nicht zusammen, sondern auseinander ... (neue musikzeitung 5/ 2013, S. 10-11. Online)

7. Juli 2012

Knappe Botschaften. Twitter und die neuen Umwelten

Ob es um die Politik der Piraten, die Rücktritte von Christian Wulff und Norbert Röttgen oder um die Meinungen Sigmar Gabriels geht: Nachrichten werden offenbar immer stärker über Twitter verbreitet, verstärkt und beschleunigt, ja sie kommen scheinbar sogar von "Twitter". Der Mikrobloggingdienst scheint immer wieder schneller und dynamischer zu sein als Homepage und Blog, Radio, Fernsehen oder gar die Zeitungen. Und der Journalismus nimmt die neuen Informationsfluten aus maximal 140 Zeichen überraschend bereitwillig auf. Der Weg von der Twitter-Mitteilung (etwa) zur Spiegel-Online- oder zur Bild.de-Geschichte wird immer kürzer (Telepolis vom 7. Juli 2012 (weiter))

13. November 2011

Fiktive Parallelwelten. Wie die Einschaltquote zur Botschaft wurde

Die deutsche Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur technisch, ökonomisch, programmlich oder ästhetisch vollständig verändert. Auch die Art, wie über Medien geredet wird, hat sich radikal gewandelt. Der alte, lange dominante, sendungsorientierte (Medien)Journalismus scheint tot; an seine Stelle sind Zahlen getreten, Einschaltquoten, Hitparaden, Marktanteile, Reichweiten, Hördauer oder Klicks. Kurz: eine "fiktive Parallelwirklichkeit der Aggregate" (Norbert Bolz) ... (Telepolis vom 13. November 2011 (hier geht's weiter))

14. September 2011

Aufnahmezustände. Fukushima, das Unsichtbare und der Journalismus

"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir aus den Massenmedien" lautet ein fast schon zum Gemeinplatz gewordener Satz, mit dem Niklas Luhmann 1996 sein Buch "Die Realität der Massenmedien" einleitete. Doch was ist, wenn auch die Massenmedien nichts wissen - und dennoch senden müssen? Sogar permanent senden müssen? Johannes Hano, ZDF-Studioleiter in Peking und Tokio, berichtete im März 2011 aus Japan über Erdbeben, Tsunamis und Größte Anzunehmende Unfälle. Jetzt hat er seine Erinnerungen an die traumatischen Ereignisse publiziert .." (Telepolis vom 13. September 2011) (weiter)

29. Mai 2011

Mediale Erregungszustände

"1971 wird die Autofahrerwelle Bayern 3 gegründet. Die Nachrichten sollen nun vor allem nützlich sein, die Informationen Service und die Sprache alltagsnah. B3 ist die erste öffentlich-rechtliche Neugründung, die vor allem durch Werbung finanziert wird – und markiert einen folgenreichen Bruch. Doch die Hörer mögen das leichte Programm. Rasch folgen hr3 oder SWF3. Sie alle entziehen den werbefreien 1. und 2. Programmen rasch die Hörer.
1975 ... (Telepolis vom 28. Mai 2011) (Weiter)