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29. November 2025

Geschichte der Literaturwissenschaft, sinnlich-erfahrbar. Der Marburger Literaturwissenschaftler Dieter Bänsch (1925-1995)

"Es war eine ganz andere, eine unbekannte literaturwissenschaftliche Sprache und Methodik. Als Dieter Bänsch Ende 1976 sein Hauptseminar „Wilhelm Raabe“ eröffnete, illustrierte er seine Einleitung mit Bildern des Autors, mit Aufnahmen der Buchcover, der Freunde, der Lebensorte. Die Literaturwissenschaft versuchte nicht nur „Raabe in neuer Sicht“ zu sehen, sondern auch, sich als Bild-, Sozial- und Medienwissenschaft zu verstehen. Der Seminarraum A 108 in der Philosophischen Fakultät, kurz: PhilFak am Krummbogen war mit rund 40 Studenten gut belegt. Noch wurden die Bilder einfach mit einem Projektor an die Wand geworfen. Später wurden Raabes Novellen und Romane vorgestellt und diskutiert, es gab Referate – und irgendwann ging es auf große Litera-Tour: Eschershausen, wo Raabe 1831 geboren worden war, dann Braunschweig und Wolfenbüttel, wo die legendäre „Rote Schanze“ aus Raabes Roman Stopfkuchen stand. Realität und Literatur. Und am Abend gab es Esskultur: Grünkohl mit Pinkel (und Hirn). Eine für mittelhessische Studenten damals sehr ungewöhnliche Nahrung. ... (weter Literaturkritik.de)

6. Januar 2017

Senden war ihr Hobby. Piratenradios in den 60er Jahren in Marburg

Anfang September 1967 wurde in Teilen von Marburg das Fernsehprogramm immer wieder gestört. Es gab schwarze Streifen auf den Bildschirmen und deshalb wandten sich verärgerte Zuschauer an den Störungsdienst der Post. Derweil freuten sich Schüler in der Universitätsstadt über Radio City, einen unregelmäßig sendenden Piratensender mit viel Beatmusik. Dann war plötzlich Schluss. Der "Pirat" war weggezogen. Aber andere sendeten weiter. 
Britische Piratensender wie Radio Caroline hatten das Schwarzsenden auch bei jungen Deutschen populär gemacht. Um 1966 baute sich Heinz-Willi Bach, damals Schüler an der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) seine eigene Sendeanlage und sendete als "Two Seven O" schwarz auf UKW. Ein Tonbandgerät, ein Mikrofon, einen Transistorsender und technische Kenntnisse, mehr brauchte er nicht... (epd medien 1 vom 6. Januar 2017)