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27. März 2009

Wann ist die beste Zeit für Politik? Hamburger Radiomacher berichten


Die 1980er-Jahre waren keine beliebige Radioperiode, sondern eine Zeit heftiger Medienumbrüche; niemals hat sich die Hamburger Medienlandschaft so rapide und folgenreich verändert: 1981 wurde die traditionsreiche, in ganz Norddeutschland hörbare Hörfunkwelle NDR 1 regionalisiert; Hamburg erhielt sein eigenes Regionalprogramm „NDR 1 - Hamburg-Welle“, und in Kiel und Hannover entstanden – in Hamburg gut hörbar – konkurrierende Regionalwellen. 1986 starte mit Radio Schleswig-Holstein (RSH) das erste private Hörfunkprogramm in Deutschland. Der NDR verlor nach der Einführung des dualen Rundfunksystems die Hälfte seiner Hörer - und baute seine Programme radikal um. Die populärste Informationswelle NDR 2 wurde neu und musikalischer strukturiert – als Gegenpart zu den so erfolgreichen privaten Wellen. Und 1989 entstand mit NDR 4 eine eigene, aber nicht sehr hörerreiche anspruchsvolle Wortwelle.
In dem von Hans-Jürgen Krug geleiteten Projektseminar „Radioproduktion“ (WS 2008/ 2009) wurden Peter Schiwy (ehemaliger NDR-Intendant), Gerhard E. Gründler (langjähriger Direktor des Landesfunkhauses Hamburg), Jürgen Kellermeier (Hörfunk-Chefredakteur, Hörfunkdirektor und schließlich Fernsehdirektor beim NDR), die langjährigen Wellenchefs Wolfgang Bombosch (NDR 1-Hamburg-Welle) und Rüdiger Knott (NDR 90,3) sowie die NDR-Journalistin und spätere Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelie Sonntag-Wollgast im Studio sehr ausgiebig befragt: Zu ihren (bis in die 1960er Jahre reichenden) Radioerfahrungen und den Bedingungen für Politikberichterstattung in den 1970er- und 1980er-Jahren, über Sendeformate, Radioformen, Musikfarben, ideale Radiozeiten, journalistische Veränderungen und die Konkurrenz im Hörfunkbereich.
Die Produktion „Wann ist die beste Zeit für Politik. Hamburger Radiomacher erzählen“ von Dinara Burnasheva und Manja Malz erzählt erstmals und akustisch eine sehr relevante und weitgehend vergessene Periode Hamburger Radiogeschichte. Sie wird am 3. April 2009 (14.00 Uhr) von TIDE 96 urgesendet. Wiederholungen gibt es am 7. April (15.00 Uhr), 13. April (23.00 Uhr) und am 22. April (13.00 Uhr).

14. April 2006

Audio-Science: Kulturradio in Hamburg

"Die Vorstellungen darüber, wie der Hörfunk über Kultur berichten soll, haben sich immer wieder verändert. 1945 war Kultur ein gern gehörter Teil eines einzigen Radioprogramms auf Mittelwelle und die Radiomänner Axel Eggebrecht und Ernst Schnabel waren Stars in Norddeutschland. Vierzig Jahre später muss sich die Kultur unter dreißig anderen Programmen und Formatradios behaupten. Im Rahmen eines Projektseminars (Leitung: Hans-Jürgen Krug) am Studiengang Medienkultur der Universität Hamburg wurden erstmals Hamburger Radiopioniere, Schriftsteller und Wissenschaftler nach ihren Radioerfahrungen seit 1945 befragt. In der dreiteiligen, unorthodox geschnittenen und immer wieder überraschenden O-Ton-Collage berichten exklusiv der ehemalige NDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Jäger, Ex-NDR Kultur-Chef Wolfgang Knauer oder der langjährige Chef des Künstlerischen Worts beim NDR Hanjo Kesting. Mit dabei waren die Autoren Christian Geissler, Jost Nolte, Hermann Peter Piwitt, Adolf Schröder und Peter Schütt, die Radio- und TV-Macher Rainer Hagen und Charlotte Drews-Bernstein, die Regisseure Hans Rosenhauer und Gerlach Fiedler, NDR-Featurechefin Ursula Voss sowie der Literaturwissenschaftler Horst Ohde - und ganz viel Radiolust.
Die O-Ton-Collage „Radiokultur in Hamburg“ wurde am Sonntag, dem 9. April 2006 (11 Uhr) im Hamburger ABATON-Kino öffentlich uraufgeführt.
Der Deutschlandfunk wieß in seinem "Hörspielkalender" (11. März 2006) auf die Collage hin. Die NDR Hamburg-Welle 90,3 berichtete am 13. April 2006 im "Abendjournal" (18.30 Uhr) über das "ambitionierte Projekt".
TIDE sendete die drei O-Ton-Montagen in seinem Campus-Radio und wiederholte alle Folgen von "Radiokultur in Hamburg" am 18. April 2006 (18.30 – 20.00 Uhr (90 Minuten)). Wiederholung am 30. November 2006 (22.00 - 23.30 Uhr).